Die Geschichte des Brunnenreuther Dorfstadels beginnt im September 2005 mit dem Verkauf der Gasthauses Rößler an eine Wohnungsbaufirma und der Schließung des Lokals zum 15. Oktober des Jahres.

Mit der Schließung verloren einige Ortsvereine ihr Vereinslokal und die Theatergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Brunnenreuth ihr Aufführungslokal. Für die Vereine war die Schließung ohne jede Vorwarnung gekommen. Die Theatergruppe war z. B. mitten in den Proben für das neue Stück überrasch worden. Anfang Oktober 2005 hätte der Vorverkauf für die Theatersaison 2005 beginnen sollen.

Nach dem ersten Schock über den Verlust des für das Vereinsleben
in der Gemeinde so dringend notwendigen Gasthauses kam bald der Gedanke auf, ein „Haus der Vereine“ zu gründen.

Ortssprecher Ralf Netter lud die Vertreter aller Ortsvereine zu Gesprächen über ein derartiges Projekt ein.

Die Vereine begrüßten den Gedanken zwar, hatten aber - auch zusammen - nicht die Mittel, um ein derartiges Projekts zu errichten. Hinzu kam, dass diejenigen Vereine, die bereits ein Vereinsheim besaßen nicht auch noch ein zweites Objekt finanzieren konnten und wollten. Von Anfang an war daher klar, dass ein Bau nur über die Aufnahme erheblicher Schulden zu finanzieren wäre.

Ebenso sicher stand fest, dass ein solches Projekt - wenn überhaupt - nur darstellbar war, wenn die Stadt Ingolstadt das dafür benötigte Grundstück zur Verfügung stellen würde. Dazu erklärte sich die Stadt grundsätzlich auch bereit. Es war jedoch nicht so einfach, ein geeignetes städtisches Grundstück in Brunnenreuth zu finden.

Schließlich blieb faktisch nur noch ein Grundstück übrig, das alle Voraussetzungen erfüllte und das war das Grundstück zwischen Feuerwehrhaus und Kindergarten, das die Feuerwehr als Übungsgelände und Gartenfestgelände nutzte. Die Feuerwehr erklärte sich - wenn auch schweren Herzens - bereit, dieses Gelände zur Verfügung zu stellen.

Bereits zu diesem Zeitpunkt, im Januar 2006, stand aber auch bereits fest, dass es ein von allen Ortsvereinen getragenes Haus nicht geben würde. Zwar erklärten sich alle Vereine zur Mithilfe bereit, aber als Bauherren wollten sie nicht auftreten. Daraufhin entschloss sich die Führung des Feuerwehrvereins die Sache allein in die Hände zu nehmen.

Zunächst war der Entschluss der Vereinsführung, den Dorfstadel zu bauen nicht mehr als eine Absichtserklärung, denn auch die Feuerwehr konnte bei weitem nicht die Mittel für so ein Vorhaben aufbringen.

Zunächst aber musste ja erst einmal geklärt werden, wie hoch die Baukosten sein würden. Und davor musste natürlich entschiedenwerden wie das Gebäude aussehen sollte. Bereits in diesem Stadium der Planung - aber auch im weiteren Verlauf der Baugeschichte - haben sich Ortssprecher und Kommandant Ralf Netter und Theatersprecher Erhard Segerer große Verdienste erworben. Sie haben die Vorentwürfe für den Stadel und die Kostenermittlung fast im Alleingang auf die Füße gestellt und waren auch im weiteren Verlauf der Baugeschichte immer an vorderster Front tätig.

Die erste Kostenschätzung für das dann im Großen und Ganzen auch realisierte Gebäude belief sich dann auf rund 158.000.- €. Da die Feuerwehr weder über das Geld noch über entsprechende Sicherheiten für einen Kredit verfügte, konnte das Projekt nur realisiert werden, wenn die Stadt Ingolstadt eine entsprechende Kreditbürgschaft übernehmen würde.

Nachdem die grundsätzliche Zusage der Stadt für die Bürgschaftsübernahme vorlag, legte die Vereinsführung die Bau- und Finanzierungspläne 24. Juli 2006 einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vor. Die Mitgliederversammlung ermächtige die Vereinsführung das geplante Projekt zu realisieren.

Im Rahmen der Detailverhandlungen mit der Stadtverwaltung über die Bürgschaftsübernahme ging die Verwaltung von Baukosten in Höhe von rund 170.000.- € aus. Anhand des vom Verein erstellten Finanzierungsplans kam das Rechnungsprüfungsamt der Stadt zu dem Schluss, dass der Verein ein Eigenkapital von mindestens 25.000.- € aufbringen müsse.

Damit war das Projekt zunächst eigentlich gestorben, denn das Geldvermögen des Vereins reichte gerade aus, den laufenden Etat eines Vereinsjahres zu finanzieren.

Als letzte Möglichkeit blieb dem Verein noch, die Bürger der Gemeinde um Spenden für den Bau des Dorfstadels zu bitten. Die Hoffnung war, dass zumindest genug Geld zusammenkommen würde, um die Stadt dazu bewegen zu können für den Unterschiedsbetrag zu den geforderten 25.000.- € ebenfalls zu bürgen. Die Feuerwehr verpflichtete sich in Ihrem Spendenaufruf vom 30. August 2006 dazu, alle Spendengelder zurückzuzahlen, sollte der Bau des Dorfstadels nicht zustande kommen.

Doch die Vereinsführung hatte die Spendenbereitschaft der Bevölkerung weit unterschätzt. Schon wenige Tage nachdem der Spendenaufruf in der Gemeinde verteilt worden war gingen die ersten Beträge auf dem Spendenkonto ein. Kaum zwei Monate später war das geforderte Eigenkapital erreicht. Insgesamt sind für den Bau des Dorfstadels Spenden von mehr als 50.000.- € geleistet worden - inklusive der Spenden, der am Bau beteiligten Firmen. Allerdings haben sich auch die Baukosten über den ursprünglich angesetzten Betrag hinaus erhöht.

Nunmehr stand dem Bau des Dorfstadels nichts mehr im Wege und im
Frühjahr 2007 begannen die ersten Vorbereitungsarbeiten auf dem Bauplatz. Im Mai wurden die Fundamente fertig gestellt und die Bodenplatte gegossen. Dank zahlreicher Helfer, nicht nur von der Feuerwehr, schritt der Bau schnell voran, so dass bereits am 29. Juni Hebauf gefeiert werden konnte.

Allerdings hätte, als die vorhandenen Barmittel fast aufgebraucht waren, ein Problem mit der Hausbank des Vereins fast zu einem Desaster geführt. Die Bank hatte im Hinblick auf die städtischen Bürgschaftsübernahme bereits eine - mündliche - Kreditzusage abgegeben. Als der Kreditantrag dann aber konkret gestellt war, konnte oder wollte die Bank nur eine selbstschuldnerische Bürgschaft akzeptieren, die aber die Stadt aufgrund rechtlicher Vorgaben nicht erteilen konnte. Die Entscheidungsträger der Raiffeisenbank konnten sich nicht vorstellen, dass das Konzept „Dorfstadel“ tatsächlich funktionieren würde. Zum Glück ist dann kurzfristig die Stadtsparkasse Ingolstadt eingesprungen und hat das benötigte Darlehen bewilligt, so dass der Bau ohne Unterbrechungen weitergeführte werden konnte.

So konnte am 23. Oktober 2007 in Anwesenheit des Oberbürgermeisters der Stadt Ingolstadt und zahlreicher Ehrengäste die offizielle Einweihung des Brunnenreuther Dorfstadels gefeiert werden. Am Tag nach der Einweihungsfeier konnte die Bevölkerung im Rahmen eins Tags der offenen Tür den Neubau besichtigen und sehen was der Verein mit dem von ihr gespendeten Geld gemacht hatte. An beiden Terminen waren die Reaktionen der Gäste äußerst positiv. Das erstellte Gebäude wurde allgemein als sehr gelungen gelobt, seine Notwendigkeit von niemandem in Frage gestellt.

Seine erste Bewährungsprobe musste der Dorfstadel dann unmittelbar nach der Einweihung bestehen, da bereits am 26. Oktober die erste von zwölf Theatervorstellungen stattfand.

Diese erste Bewährungsprobe wurde gut gemeistert und seither entwickelt sich der Dorfstadel prächtig. Bereits im Jahr 2008 haben darin weit mehr private und öffentliche Veranstaltungen stattgefunden, als in der Finanzplanung angenommen worden waren.

In den folgenden Jahren hat sich dieser Trend fortgesetzt und mittlerweile wird
der Dorfstadel so gut angenommen, dass bei weitem nicht mehr alle Terminwünsche erfüllt werden können.

Verantwortlich für die Verwaltung und den Betrieb des Dorfstadels ist Kommandant und stellvertretender Vorsitzender Ralf Netter Da die Verwaltung und Bewirtschaftung des Dorfstadels praktisch ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften bewerkstelligt wird, ist die Möglichkeit private Termine anzunehmen abhängig von der Verfügbarkeit entsprechender Helfer. Zwar hat sich in den Jahren des Bestehens des Dorfstadels eine durchaus ansehnliche Mannschaft - das Stadelteam - zusammengefunden, das die Bewirtschaftung des Dorfstadels gut meistert aber die Kapazitäten sind trotzdem begrenzt.

Private Termine können daher faktisch nur an Wochenenden angenommen werden, überschneiden sich da aber mit den - vorrangigen - vereinseigenen Terminen und den Veranstaltungen anderer Vereine.

Derzeit wird der Dorfstadel neben der Freiwilligen Feuerwehr Brunnenreuth von folgenden anderen Vereinen genutzt:

Obst- und Gartenbauverein Brunnenreuth

Wanderverein Unterbrunnenreuth

Schanzer Renngemeinschaft

Seniorengemeinschaft Brunnenreuth-Spitalhof-Hundszell (BSH)

Landesbund für Vogelschutz

Verband der Kehlkopfoperierten.